TZB Göppingen Praxis für Sozialpädagogen, Therapeut, Psychotherapeuten, Sozialarbeitern, Mediatorin, Juristin, Kindertherapie, jugendtherapie

Familienaufstellung

Unsere Sicht auf die Welt und unsere Lebenseinstellung wird zu einem großen Teil von unserer Familie geprägt. In der Familie lernen wir die ersten Regeln und Werte. Diese Regeln und Werte können unser Handeln und unsere Gefühle stark beeinflussen. Diese Auswirkungen finden meist unbewusst statt.

Die Familienaufstellung kann Klarheit in das Beziehungsgeflecht einer Familie bringen. Muster zu erkennen, ist oft der erste Schritt zu neuen, konstruktiven Beziehungen in der Familie und im eigenen Leben.

Die klare Formulierung von Fragestellungen vor der Aufstellung ist essentiell. Der Klient wird vom Aufstellungsleiter zu seiner persönlichen Situation beziehungsweise zu seinem Anliegen befragt und sollte konkrete Fragestellungen mitbringen, für die er/sie eine Antwort oder neue Lösungsansätze sucht. Dies ist wichtig, da die Stellvertreter bezüglich dieser Thematik aufgestellt werden. lm Zuge der Aufstellungsarbeit wird mittels eines Genogrammes, welches bei uns angefertigt wird, die eigene Herkunftsfamilie und deren Konstellation aufgezeigt.

Voraussetzung, eine erfolgreiche Familienaufstellung machen zu können, ist dass der Klient ein ernsthaftes Interesse an einer Veränderung hat.

Wie funktioniert eine Familienaufstellung?

Die Konstellation der Familienmitglieder, die miteinander in Beziehung stehen, werden durch Anwesende aus der Gruppe in Form von Stellvertretern dargestellt, sofern sie nicht selbst anwesend sind und positioniert. Auch die betroffene Person aus der Familie wird durch einen Stellvertreter dargestellt. Sie selbst nimmt an der Aufstellung nur als Beobachterin teil. Dadurch wird das innere Bild des Klienten unbewusst abgebildet.

Das familiäre Netz wird immer deutlicher und nach der ersten Runde verändert der Leiter in Zusammenarbeit mir den Stellvertretern die Positionen. Die Stellvertreter können aus ihrer Position heraus Gedanken und Gefühle der repräsentierten Person betreffend entwickeln repräsentierende Wahrnehmung. Sie können wahrnehmen, was tatsächlich in ihnen vorgeht und dies frei äußern. Oft können die Stellvertreter Dinge intensiv spüren, die sie in Wirklichkeit nicht wissen können. Zum Beispiel, dass jemand fehlt oder die Beziehung zwischen Mutter und Tochter in irgendeiner Weise gestört ist.

Der Blick von außen auf leidvolle Erfahrungen, Glaubenssätze und nicht besprochene Thematiken innerhalb der Familie kann dazu beitragen, dass der Klient selbst wieder in Balance kommt oder bereit ist neue Schritte in seinem Leben zu gehen. Die Familienaufstellung kann auch repräsentativ, anhand von Figuren durch Aufstellung auf einem Familienbrett durchgeführt werden.

Eine Aufstellung dauert meist 1-2 Stunden, manchmal auch etwas länger. Zusätzlich findet eine Vorbesprechung, sowie Nachbesprechung statt.

Eine normale Belastbarkeit, sowohl psychisch als auch physisch ist sehr wichtig, da durch die Aufstellung sehr tief liegende und verdrängte Gefühle wieder an die Oberfläche kommen können und solche Aufstellungen sehr emotional und aufwühlend sein können. Daher ist eine Familienaufstellung nicht zu empfehlen bei Störungsbildern wie Psychosen, schweren Depressionen, einer Borderlinestörung, Epilepsie oder erlebten Traumata. Die Familienaufstellung dient nicht dazu, eine psychotherapeutische Wirkung zu erzielen.

Ziel der Familienaufstellung ist es, den einzelnen Mitgliedern einer Familie dabei zu helfen, ihren vorgesehenen Platz im Familiensystem einzunehmen. Auf diese Weise wird das Wohlbefinden der einzelnen Angehörigen gefährdet. Je nach Thematik können sich die Lösungsstrategien sehr schnell abzeichnen, manche Entwicklungen zeigen sich erst im Laufe mehrerer Wochen.

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