TZB Göppingen Praxis für Sozialpädagogen, Therapeut, Psychotherapeuten, Sozialarbeitern, Mediatorin, Juristin, Kindertherapie, jugendtherapie

// SUCHTBERATUNG

# Social-Media-Sucht

In der letzten Dekade ist das Smartphone zu einem Alltagsgegenstand geworden, den die meisten so selbstverständlich, wie Schlüssel und Geldbeutel bei sich tragen. Die damit einhergehende ständige Verfügbarkeit von Social Media erschwert die Begrenzung des Konsums, welcher dazu noch, gezielt durch die Algorithmen der Plattformen geför-
dert wird: je länger wir uns auf den Plattformen aufhalten, desto besser für die Unter-
nehmen. Obwohl Social Media sich als eigene Sphäre der Öffentlichkeit etabliert haben, gesellschaftliche Teilhabe bedeuten und letztlich aus unserem Alltag nicht mehr wegzu-
denken sind, gibt es Personen, die sich nur schwer dem Sog der personalisierten Inhalte entziehen können, der in eine Sucht führen kann.

Anzeichen von Social-Media-Sucht können aus der Verschlechterung der allgemeinen Lebenszufriedenheit abgeleitet werden. Konkret kann sich die Sucht beispielsweise darin zeigen, dass kaum ein Tag auf die Plattformen verzichtet werden kann. Ein großer Drang entsteht, nur kurz etwas zu checken, um dann mitunter stundenlang dem endlosen Scroll nachzugehen. Andere Aufgaben, Interessen oder Beziehungen werden aufgegeben oder aufgeschoben, wodurch zusätzlicher Stress entsteht, von dem man sich wiederum mit Social Media ablenkt.

Neben Ablenkung von unangenehmen Gefühlen, kann der Social-Media-Sucht auch der Wunsch nach positiver Resonanz und Rückversicherung zugrunde liegen. Vielleicht er-
scheint das Real Life mitunter trist und unlebbar gegenüber der wohlig heilen Welt der Filter. Auch die Angst etwas zu verpassen kann quälend und nur durch den Griff zum Smartphone besänftigt werden.

Herauszufinden worin das jeweilige Motiv des Social-Media-Konsums liegt, ist ein wich-
tiger Baustein unseres Beratungsprozesses, indem schrittweise neue Umgangsweisen mit Social Media erarbeitet werden. Dies bedeutet meist auch, den Fokus zu weiten, nicht nur die Sucht selbst, sondern auch deren Ursachen nachzugehen. Letztlich soll ein Umgang mit Social Media ermöglicht werden, der sowohl in Teilhabe als auch Selbst-
bestimmung besteht.

# Spielsucht

Nach Friedrich Schiller seien Menschen nur dort wirklich Mensch, wo sie spielen.
Spielen ist das Gegenteil von Zwang. In der Sucht geht gerade das Spielerische am Spiel verloren. Angefangen als Zeitvertreib oder Leidenschaft, gerät das Leben zunehmend aus den Fugen...

Bei Glücksspielsucht, seien es Spielautomaten, Onlinecasinos oder Wetten, ist der Übergang zur Sucht meist schwer zu verorten. Grund dafür ist häufig, dass am Anfang die positiven Aspekte im Vordergrund stehen: Gewinne werden erzielt, das Mitfiebern versetzt in Ekstase, die Einsätze sind übersichtlich. Vielleicht lernt man Gleichgesinnte kennen, genießt neue Kontakte in einem Mikrokosmos abseits von Alltagssorgen. Kommt es jedoch vermehrt zu Verlusten, kann eine Abwärtsspirale entstehen, das Verlorene wieder reinzuholen. Immer höheres Risiko wird verzweifelt eingegangen und letztlich die Existenz aufs Spiel gesetzt.

Parallel zur Sucht, kommt es vermehrt zu Konflikten mit dem Umfeld. Die daraus resul-
tierende Spannung kann oft wiederum nur mit Glücksspiel abgebaut werden. Am Ende wird das Glücksspiel zum lebensbestimmenden Mittelpunkt, oft in Form eines geheimen Doppellebens. In dieser Phase sollten sich Betroffene dringend Hilfe holen.

Gaming hat in den letzten Jahren eine enorme gesellschaftliche Aufwertung erfahren und wird zunehmend auch in Deutschland als legitimer Sport und Zeitvertreib anerkannt. Gaming bietet die Möglichkeit in Welten einzutauchen, fernab vom Alltag, die zugleich anregend und kontrollierbar sind. Neben dem Reiz einer anderen Realität, wirken auch neue soziale Kontakte und Fortschritte beim Spielen, als Anreiz sich ausgedehntem Gaming zu widmen.

Anzeichen einer Suchtproblematik sind vielfältig und können auf körperlicher wie auch psychischer Ebene auftreten: Muskelverspannungen, Sehnenentzündungen, aber auch Schlafprobleme oder negative Gefühle wie Gereiztheit, Angst, gedrückte Stimmung, können neben Symptomen wie Konzentrationsproblemen, auftreten.

Die Beschäftigung mit Gaming kann sich zur Obsession steigern, alles andere wird vernachlässigt. Dies führt häufig zu Problemen mit dem Umfeld wie Familie und Freun-
deskreis, aber auch Schule oder Arbeit geraten ins Hintertreffen. Der dadurch entste-
hende Druck kann dann oft nur durch noch mehr Gaming abgebaut werden. Derlei Teufelskreise zu durchbrechen ist ein zentrales Anliegen unserer Beratung. Unser interdisziplinäres Team berät umfassend hinsichtlich der individuellen Situation von Betroffenen. Die je eigenen Motive und Probleme sollen entfaltet und neuen Umgangs-
weisen und Perspektiven zugeführt werden.

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